Reiche Chillis und Stricken für Arme

Mein Blog hat ab jetzt zwei neue Kategorien: Pflanzen (wurde ja auch Zeit) und … *Trommelwirbel* Stricken! Ich schließe mich dem aktuellen Trend an: Omas Stricknadeln erbetteln und dann los gehts…wobei…bei diesem Schritt bin ich noch gar nicht. Aber erstmal die Pflanzen:

Schaut euch die Chilliaufzucht an, es hat sich seit dem 20.3.2012 was getan. Ich habe schon in alle möglichen Gefäße, die ich auftreiben konnte umgepflanzt. Nicht die Löcher im Boden vergessen! Ich habe sie mit Hammer und Nagel gemacht und das ganze jetzt auf ein Tablett gestellt bis ich genug Übertöpfe habe.

Und so ganz Stricken für Arme ist es nicht.

Immerhin konnte ich mir diese neue Zeitschrift für 5,95 Euro leisten: EASY Stricken! Hm, dann guckt euch mal die Seiten an…

30 M, Rd 4 M re … ja klar, neue Retro-Girl-Oma-Gangster-Geheimslangang-Sprache. Zum Glück gibts hinten eine Legende, damit jeder zum Strick-Pimp werden kann.

Da es sehr lange her ist, dass ich gestrickt habe, wollte ichs mal intuitiv wieder ausprobieren. Die billig Chinesischen-Stäbchen habens nicht gebracht:  Sie haben gesplittert. Also habe ich die Polyacrylwolle, die ich in meiner Basteltüte gefunden habe, einfach auf Kugelschreiber und Fineliner gestrickt.  Jo!

Und weil ich so cool bin höre ich nebenbei Hausfrauenbefriedigende Musik:

Ich bin keine Hausfrau. Darum vielleicht auch der perverse comedy-Anteil dieser Spaßmukke. Ich liebe es. Passt voll zum Stricken auf Stiften!

Für jeden, der mir ein gutes do-it-ypirself Strickvideo als Kommentar postet schonmal Blumen als Dankeschön:


Chilli Aufzucht

Die Bilder sprechen für sich:

 

 

 

 

 

Und weil er so schön ist:

 

EIN SONNENUNTERGANG WIE FÜR UNSERE AUSSICHT GEMACHT


Frühling in der Küche

Ein paar Kräuter habe ich schon gekauft. Und das extra Sahnehäubchen sind die Chilli-Pflanzen die ich und Dem gerade züchten.  Gestern gings in den Baumarkt um Aufzuchtserde zu kaufen. Schon seit dem Herbst 2011 freuen wir uns auf das aussähen der Samen. Endlich ist der Frühling da: Es ist warm und hell genug um die kleinen Pflänzchen auf der Fensterbank im Wohnzimmer zu züchten.  Eine alte Plastikwanne von IKEA dient nun als Sprösslingsaufzuchtsstation. Ich habe eine 5 cm dicke Erdeschicht mit Chilli-Samen bestreut, diese platt in den Boden gedrückt und darüber nun erneut eine ca. 1 cm dicke Aufzuchtserdeschicht gestreut. Auch wieder fest angedrückt. Und gegossen! Mal gucken ob sie in zwei Wochen schon sprießen. Die Temperatur von ca. 22 °C sollte geahlten werden. Ich habe nochmal die Heizung angemacht…

Und heir ein paar Frühlingsbilder von meiner neuen Eieruhr und den (etwas älteren) wunderbaren Topflappen die meine begabte Freundin Greta mir gestrickt hat. Sie sind sogar effektiver, besser und hübscher als die Topfhandschuhe von Brax, die ich von Mutti zum Einzug geschenkt bekommen habe. Das beste: Gretas Topflappen sind eigens auf meine Küchenwandfarben abgestimmt, es sind zufällig ihre Lieblingsfarben. Es ist beste Baumwolle benutzt wurden: Widerstandsfähig, fest, sicher sehr hübsch und weich. Danke Greta!

Die Eieruhr gibts übrigens gerade aktuell bei Tschibo. Zuschlagen wenn sie Dir gefällt! Aber:  Da gab es auch im Herbst eine richtig süße, mit einem Reh. Oh toll. Aber die wollte Dem nicht. Naja, den Muffin wollte er auch nicht…aber ich habe ihn einfach gekuft. Er passt perfekt in die Küche. Und für immer wird sie auch nicht hier in der Wohnung verweilen. In meinem Job als Grundschullehrerin ist die Eieruhr manchmal ein geeignetes Mittel um den Kindern ein Zeitgefühl für Arbeitseinheiten zu geben. Sobald ich meine eigene Klasse habe, wird das die Klasseinzimmer-Muffin-Arbeitsuhr. Ich hoffe sie macht so lange mit und gibt nicht den Geist auf. Wenn Du mehr von Grundschullehrerinnen lesen willst – in Blog Form – ist das hier ein Lesepäuschen wert:

http://primimaus.wordpress.com/


Meine Ansicht von Sauberkeit ist dreckig!

Aufräumen finde ich nicht notwendig. Wie sagte meine Freundin Lila letztens am Telefon: Wer eine ordentliche Wohnung hat, hat ein unerfülltes Leben. Damit habe ich mir jetzt bestimmt jede menge Feinde gemacht. Denn vielleicht bist Du ja, weil Du Dich für Wohnblogs interessierst, auch jemand, der seine Wohnung total orgentlich halten kann? Das interessert mich.

Ich aber, ich liebe das Chaos: Ich liebe es in der Küche neue Rezepte auszuprobieren. Ich backe fast jeden Tag neue Kekse, Kuchen, oder Brownies. Auch werden alle Zutaten, die ich noch so finde zu interessanten Kreationen zusammen gewürfelt. Es lebt! Ich lebe! Die Kreativität sprießt nur so. Klar: Eins habe ich schon gelernt: Immer schön den Herd sauber halten, damit man schnell ma was in die Röhre schieben kann, oder die Herdplatten bekochen kann.

Aber der Boden ist nach spätestens einer Woche übersät von tausend verschiedenen Krümelsorten.

Dem würde mich am liebsten gegen eine ordentliche Hausfrauenfreundin eintauchen, wenn er nach einem anstrengendem Tag nach Hause kommt. Und dann platzen wir: Wir streiten uns über die Sauberkeit der Wohnung. Heute hat Dem gesagt, dass die einzige Chance wäre jemanden zu finden, der meinen Suaberkeitsgrad mit mir teilt, ein Messie oder ein extremer Punk wäre. Ja, das höre ich nicht das erste mal! Meine ehemalige Mitbewohnerin und ich hatten da auch zwei verschiedene Meinungen. Und ja, heutzutage habe ich gechnallt, dass meine Ansicht von Sauberkeit wirklich unkonventionell und – ja, man kann es auch präzise ausdrücken – DRECKIG ist. Meine Ansicht von Sauberkeit ist dreckig!

Am liebsten hätte ich eine noch größere Wohnung! Wo neben jeder Wirkungsstätte (Küche, Arbeitsplatz, Fernsehplatz) fette Leinwände liegen würden, wo ich meine kreativen Nebenprodukte verarbeiten könte: Kakaoglasur auf die Leinwand und dazu Nudeln dranwerfen. Und beim fernsehen nebenbei das raufkritzen, was ich gerade sehe, oder den Staub auf die Leinwand kleben, oder voll mit Kleister schmieren und über den Boden mit den verschiedenen Krümelarten ziehen. Oh man, wenn die Welt bloß ein kleines Stüchen mehr so wäre, wie ich sie mir wünsche. Das wäre schön.

Aber was mache ich stattdessen? Anstatt meine Träume zu leben habe ich heute dies gemacht:

Um mir  selbst zu beweisen, dass ich Herrin über Staubflusen und Kekskrümel sein kann, habe ich  – nach Anweisung von Dem – gründlichst geputzt. Oh mein Gott. Ja, ich finde das wirklich schreckilich. Es gibt nichts bescheuerteres für mich, als meine eigene Wohnung zu putzen, wenn ich da keinen Bock drauf habe. Zur Belohnung musste ich mir aber auch was handwerkliches gönnen! Ich habe ein neues winziges Holzregal mit Tonschublade angedübelt (geil, mal wieder die Bohrmaschine in die Hand genommen und die Wand bearbeitet, was für ein mächtiges Gefühl) und das Wohnzimmer umgestellt (Jaja, alle elektrischen Anschlüsse habe ich wieder einwandfrei eingesröpselt nach dem umrücken der halben Wohnzimmer Einrichtung). Geil! Nur den Boden in der Küche konnte ich nicht verlegen (Mama hat mir PVC zum Geburtstag geschenkt). Ich habe zwar alles andere rausgeräumt, aber den Kühlschrank habe ich nicht über die Schwelle in den Flur bekommen.

Wir haben einen neuen wunderbaren rieseigen Haier Kühlschrank mit super Enegieverbrauch und echt geilen Funktionen: Einem Null Grad Fach für Brotaufstrich und ein Gefrierteil mit no frost Funktion, wo sich gar kein Eis bildet! Und er hat sogar Rollen! Da kann man ihn – wenn man denn mal putzt – zum Putzen wegschieben…aber eben über größere Schwellen geht er nicht so einfach rüber.

Und ja, das Wohnzommer habe ich aber umgeräumt bekommen: unsere Mahagonimöbel haben jetzt ein bisschen schöner zusammen gefunden und ich habe endlich den neuen Bezug, den meine Freundin Anna mir mitgebracht hat, aufs Klippan gezogen. Schneeweiß ist er! Danke Anna.

Und jetzt auch nochmal danke Lena! Sie hat mir nämlich dieses exclusivste Möbelstück in der ganzen Wohnung geschenkt: Das geile schiefe mini-Schubladenregal mit Tonschublade! Geil!Passt auch super zu der Lampe, die ich mal aus Marokko importiert habe.

Aber, helf mir weiter! Was soll da rein? Bitte Anregung als Kommentar schreiben!

Jetzt haben wir eine richtige Essecke:

Diese Wachs-Kaktenen habe ich von meiner Freundin Suse zum Geburtstag bekommen:


PS: Ich habe zu meinem Geburtstag von meiner Freundin Greta ein voll geiles Geschenk für die Wohnung bekommen. Was es ist, zeige ich, wenn ich gute Fotos davon machen konnte. Ich verrate schonmal so viel: Nur vom fühlen dachte ich, dass dort Kidnerletzchen drinne wären, die meine zufünftigen Zwillingsbabys zum Füttern tragen könnten. Da ich noch nicht schwanger bin, hat Greta dann schnell gemeint: “So etwas ähnliches”


Wohnreportage!

Endlich gibts die lang angekündigte Wohnreportage von meiner Freundin Nina aus Berlin! Danke Nina!

Ein bisschen Afrika in Hamburg, ein bisschen Soul im Schietwetter. Viel Spaß beim lesen:

UNCLE BERCHIE. EINE WOHNREPORTAGE.
Hamburg Hohenfelde, das ist kurz hinter St. Georg. Hohenfelde kennt niemand.
Hamburger Klinker-Neubau im dritten Stock kennt jeder.
Flur, Küche, Bad, Wohn-, Schlaf- und Ankleidezimmer, männlich, Anfang 30.
Der erste Blick geht auf den Spiegel im Flur. Staubig-quadratisch mit goldener
Ornamentverzierung, Familien- und Freundefotos zwischen Glas und Rahmen geklemmt.
Seine Mom, sein Dad, die Family in Ghana, Party im Golden Cut, er und Philly im
Mandalay.
In diesem Spiegel fällt der Blick von sich selbst auf die anderen – der Blick aus dem jetzt
ins damals. Way back in the days, das waren die coolen Neunziger, zumindest durch die
amerikanische R&B-Brille gesehen.
Diese smoothe Brille gefällt mir, die Wohnung bekommt dadurch einen coolen Neo Soul-
Flair. Ungefähr so wie in den Musikvideos von DʻAngelo und Maxwell, nur nicht in New
York, ohne Loft-Charakter und ohne bricks.
Aber viel Familie, Freunde und roots, viel afroamerikanische Kultur eben.
Die Jalousien aus Holz an den Fenstern sehen sogar aus wie american shutters und
werfen die Wohnung in ein souliges Licht.
Old Jamaica Ginger Beer, Del Monte Orangensaft und ein paar Flaschen Corona Beer im
Kühlschrank. Grey Goose, Jack Daniels und Co. oben auf dem Kühlschrank drauf. Martin
Luther King an der Kühlschranktür.
Cini-Minies und Frosties brechen mit den Spirituosen. Aber als munchie food gehört
Kelloggʻs genauso zum Lifestyle wie Hennessy.
Insgesamt acht Töpfe und drei Pfannen befinden sich in der Küche, ziemlich viel für eine
Person, schätze ich. Bei den zehn Flaschen Schnaps auf dem Kühlschrank dachte ich das
nicht. Aber viel Familie und viel Freunde essen und trinken auch viel.
In einem dieser Töpfe wird Jollof gekocht.
Jollof kommt aus Westafrika und bedeutet Eintopf – viel Reis mit roter Soße. Die wichtigste
Zutat neben Reis und Tomatenmark: Brühwürfel von Maggi. Trotzdem ein Familienrezept,
schließlich muss die Dosierung und Reihenfolge von Brühwürfeln und anderen Zutaten
perfekt abgestimmt sein.
Gibtʻs kein Jollof gibt es fast food. Geschirr und Besteck sind griffbereit, der Edelstahl-
Toaster meistert sechs Toasts gleichzeitig, im Regal liegt eine Packung Barilla Capellini,
die brauchen nur drei Minuten.
Hier gibt es keine Mülltrennung, alles kommt in eine Blechtonne.
Was im Flur der Spiegel ist in der Küche die rechte Seite des Kühlschranks. Havana Clubund
Feel Good-Magneten halten zehn Postkarten und Fotos aus Barcelona, London,
Miami, mit Black Power Faust und von MTV.
Unter dem Schreibtisch gestapelt Lifestyle-Lektüre – Taschenʻs Berlin, Vice Magazine und
die Bread&Butter Brand Bible – wahrscheinlich ungelesen.
Um den Schreibtisch herum Afrika-Artefakte – Masken, Skulpturen, Trommeln – genauso
dekorativ, aber echt. Keine Möbel Höffner-Ware aus der „Gemütliches Afrika“-Kollektion.
Der Holzstuhl als Gegenpart zum kühlen Glastisch mit iMac manifestiert die Freude am
Holz in der Wohnung.
Auf der anthrazitfarbenen Couch mit Loungecharakter hätten DʻAngelo und Maxwell
genügend Platz, der Spiegel mit goldenem Rahmen diesmal im Querformat, Dom
Pérignon und eine dicke Wachskerze ergeben ein fast kitschiges Bild à la Boyz-II-Men-
Videoclip.
Die grauen Fleecedecken auf dem Sofa reißen mich aber aus dem R&B-Traum mit
Diskonebel heraus, sie stoßen mich von Boyz-II-Men zu Boyz n the Hood. Die guten
Möbel werden vor dem Ghetto beschützt und die Ledercouch in Plastik gehüllt.
Aber wir sind in Hamburg Hohenfelde, nicht in Harlem. Die R&B-Brille wird abgesetzt, statt
Neo Soul-Flair sehe ich Hamburger Schietwetter.
Da wirken die fünfzehn Kissen auf dem Lounge-Sofa spießig aufgereiht, die Teelichter
formen sich zum Ausdruck romantischen Hochniveaus des Privatfernsehens – dem
Teelichtherz.
Im Spiegel taucht ein Bob Marley-Photomosaik auf. In Plastikrahmen katalogisiert bei
NANU NANA ist dieses Werk aus der Kollektion der viel zu früh verstorbenen Künstler
nicht mehr wegzudenken.
Der Schreibtischstuhl entpuppt sich als ein mit Gaffer-tape an den Füßen beklebter
Gartenstuhl, der grüne Boss-Schuhkarton als Beamer-Podest passt nur noch zur
angebrochenen grünen Chipstüte.
In der Küche verwehen die kulinarischen Spuren aus Westafrika nicht nur wegen der
Maggiwürze.
Der sechsschlitzige Toaster beeindruckt nicht mehr, viel mehr fasziniert, dass die
Schiebetür jedes weißen Standard-Spülschrankes von IKEA klemmt.
Aus Martin Luther King am Kühlschrank wird Che Guevara, wieder NANU NANA, diesmal
aber die Kategorie der viel zu früh verstorbenen Freiheitskämpfer. Im Kühlschrank stehen
jetzt Warsteiner, Riesling und Malzbier.
Selbst Hausfrauentricks werden nun sichtbar. Dank der Vanillezuckerpäckchen auf den
verschiedenen Glasboden-Etagen riecht es süßlich im Kühlschrank, Einmalhandschuhe
verhindern festsitzenden Zwiebelgeruch an den Händen nach dem Schneiden. Fehlt nur
die Taucherbrille, damit es beim Schneiden nicht auch noch in den Augen brennt.
Egal ob mit Brille oder ohne, aus welchem Blickwinkel ich die Wohnung auch betrachte,
Neo Soul-Touch oder Hamburger Gediegenheit, das Herzstück hier sind die Erinnerungen
an Freunde und Familie. Erinnerungen an das, was man ist, woher man kommt und wohin
man will.
Wohin man will, heißt überall hin, rund um die Welt. Vielleicht aber auch zurück nach
Hause, nach Ghana.
Was man ist, ist jung, fröhlich, mit vielen Leuten, immer auf laut, immer unterwegs.
Woher man kommt ist Afrika, Ghana – Ashanti ja oder nein? Keine Ahnung. Ist auch nicht
wichtig, wir sind alle one people.
Tatsächlich, es gibt kein schwarz, weiß oder gelb. Hier gibt es nur Hamburg.
Keine Rituale um sich abzugrenzen, kein ausgebuffter Schnips-Handschlag, kein n-word,
kein afrodeutsch, keine political correctness.
Auf sechzig Quadratmetern in Hamburg Hohenfelde entsteht eine Mischung aus derbe
und brutal, aus Jollof und Kartoffelpuffern. So richtig Multikulti, nur ohne Weleda.
Das ist die einzige Abgrenzung, die ich aufdecken kann: das nervige zum Thema machen
von Ethnie und überflüssiges Herumreiten auf Herkunft.
Abgegrenzt wird so von Pädagogen mit „Irgendwo sind wir alle Ausländer“-Postern in der
Küche. Weg von Trommel- und Tanzkursen bei Jörg in weißen Leinenhosen, vorbei an
„Was soll ich denn jetzt zu dir sagen – schwarz, farbig oder dunkelhäutig?“ hin zu „Nenn
mich doch beim Namen.“
Das beklemmende Gefühl, die Angst vor der politischen Unkorrektheit sitzt tief in einigen
Teilen unserer Gesellschaft.
Aber in einer Generation von Kindern, deren Eltern in den Siebzigern eingewandert sind,
deren Jugend sich in der Neuen Deutschen Welle und zu Techno-Acid abgespielt hat,
haben trommelnde Jörgs, die überall Ausländer sind, keine Bedeutung.
Neben dem, was man ist, woher man kommt und wohin man will, ist Uncle Berchie das
was bleibt.
Der letzte Gedanke geht an Uncle Berchie, sein Name klingt so wie der Mann auf dem
Uncle Benʻs-Karton aussieht.
Er ist ein Onkel, also der Bruder einer Mutter oder eines Vaters von jemandem. Uncle
Berchie ist herzlich, er hat schließlich einen Kosenamen.
Alle Eindrücke aus Flur, Küche, Bad, Wohn-, Schlaf- und Ankleidezimmer, männlich,
Anfang 30 fließen in Uncle Berchie zusammen und lösen meine afrikanische Gediegenheit
und den Hamburger Soul auf.
Denn ob er mit DʻAngelo und Maxwell das Sofa teilen würde, glaube ich nicht. Das Bob
Marley-Photomosaik gefällt ihm sicherlich auch nicht, wahrscheinlich fände er es sogar
albern.
Wenn die Holzjalousien hochgezogen würden, die Masken doch in Wahrheit von Möbel
Höffner wären und die Spülschranktür nicht mehr klemmen würde, ist mein Schietwetter-
Soul vergessen.
Am Ende führen alle gelesenen Spuren zu Uncle Berchie, alles haftet an ihm, er ist wie die
Meta-Erinnerung der wichtigsten Elemente in dieser Wohnung: Familie, Freunde und
roots. Denn die sind das, was bleibt.
Uncle Berchie wird nicht vergessen.
Sein Name steht mit Handynummer in blau auf einem gelben Post-it und klebt an der
Wohnungstür.
Warum der Post-it da hängt, weiß ich nicht. Und wer Uncle Berchie ist, weiß ich auch
nicht.


Zu Hause im Sommer

Wohnen im Sommer ist natürlich am schönesten mit Garten! Das ist das einzige, was einem im 10. Stock nicht gehören kann: Ein Garten in dem Tiere spielen können, ein Garten in dem man sein eigenes Obst und Gemüse anbauen kann, ein Garten in dem man mit Freunden am Lagerfeuer sitzen kann, ein Garten in dem man in dem eigenen See schwimmen kann, ein Garten, der als Nahrungsquelle für Insekten dient, ein Garten in dem die Sonne auf den großflächigen rasen scheint!

In solch einem Garten waren Dem und ich im Sommer.

In der heutigen dunklen, nebligen Winterstimmung ist es genau das Richtige die alten Fotos heraus zu kramen und dem Wintervolk zu präsentieren.

Enjoy!

Na, erinnerst Du Dich jetzt auch wieder an diese warme Sommerfreiheit?

Und an die süßen Leckerein?


Umziehen

Hier gibt es ein Video, dass meine Lieblingskünstelrin Regina Spektos zeigt, wie sie über ihre Immigration spricht:

Regina Spektors Geschichte

Und dann nochmal das volle Video zu “On the Radio” auf der tollen Seite tape.tv
Regina Spektor hat als russische Jüdin in New York ein neues Zu Hause gefunden. Entstanden sind wunderbare Songs. Ihre Lieder zu hören entführt in eine andere Welt. Aus einem anderen Interview habe ich ein wunderbares Zitat behalten. Sie sagte ihre Musik sei wie ein Außerirdischer, der mit der Taschenlampe Morsezeichen ins All schickt. Alle die ihre Musik hören und lieben sind die besonderen Menschen, die dieses Morsezeichen irgendwo auf einem fernen Planeten erwiedern.

Ich habe mich auch heute mit so einem besonderen Menschen getroffen, der auf meine Lichtzeichen hier auf der Erde reagiert hat: Mit meiner Freundin Aeischa. Und wir haben eine coole Sache getan! Ich habe sie heute mit meinen Klamotten gestyled und ihr ein Outfit zusammen gestellt. Nicht ganz ohne Inspiration von außen: Diana Briant von musk3teers hat uns zu dieser Aktion animiert. Das war so lustig. Sie sah sooooooo cool aus in meinem Beatles Shirt und meiner pinken Strumpfhose…nicht zu vergessen meine neuen weißen Lederschuhe mit buderpester Muster. Och, das war ein Traum. Hätte ich das hier lieber als Modeblock aufziehen sollen? Nein, es ist schon alles gut so: Zu Hause mal Modenschau spielen und die Freundin umstylen ist auch echt n tolles Spiel für ruhige Sonntage an denen die Sonne ins helle Wohnzimmer scheint. Außerdem weiß ich noch nicht, ob ich ihr hünsches Bild hier posten darf. Es war auf jeden Fall witzig zu sehen, wie jemand in meinen Klamotten aussieht und sie hat echt so hübsch gewirkt mit ihrer schönen Hautfarbe zu den flippigen Farben. Mal gucken, wann wir das Spiel bei ihr spielen und sie mich hemmungslos in ihre Klamotten einkleiden darf!?


Silvester in der eigenen Butze

Wunderbar: Wie immer habe ich Sylvester mit meiner längsten Freundin verbracht (d.h. wir sind lange befreundet).

Bevor sie mit ihrem Freund zu uns kam, habe ich mir noch meine Sylvestermähne verpasst! Geil! Suicide Roll! Hier dazu das Tutorial von der wunderbaren Frontrauf von Karmin!

Youtubevideo mit Karmins Suicide Roll

Meine Freundin und ich sind tausend Tode gestorben. Ja, wir haben im 10. Stock die beste Aussicht. Auch an Silvester! Denn die raketen explodieren natürlich genau auf unserer Höhe. Meistens waren die aber ein paar Meter von unserem balkon entfernt. Doch auf einmal, wurde unten, ganz nah am Haus, eine Batterie gezündet. Und die ist tatsächlich direkt neben unseren Köpfen explodiert! Das war krass. Davon habe ich natürlich keine Fotos gemacht. Ich habe das mit Leib und Seele miterlebt und bin kreischend und voller Adrenalin mit meiner Freundin ins WOhnzimmerfenster gerannt. Hinter der Scheibe haben war dann die Leuchtraketen sicher aus nächster Nähe explodieren sehen. Das war cool! Ein Kick!!!

Das einzige Foto, dass ich vom Feuerwerk gemacht habe ist ein bisschen mickrig:

Und jetzt teile ich noch die besten beiden Videos die Freunde von mir diesen ersten Morgen im Jahre 2012 auf Facebook geposted haben:

Sehr passend zum Tag, zur Stimmung und angemessen um ein Jahr damit zu starten:

SUNDAY MORNING

Und wirklich melancholisch für den Start ins Jahr:

THE GARDENER

von einem meiner aktuellen Lieblingskünstler, The Talles Man On Earth

Möget ihr alle über euch hinaus wachsen, dieses Jahr! Prosit Neujahr!


Weihnachten ist vorbei: Der Frühling kann kommen!

Weihnachten ist vorbei: Erst jetzt stelle ich Adventskalenderfotos hier herein. So lange war ich abewesend aus der Onlinewelt.

Erfreulich zu berichten ist, dass meine Gestaltungen nicht nur in der Wohnung weiter gehen, sondern auch SALEmäßig an mir selber. Mit meinem wenigen Geld, dass ich jeden Monat zur Verfügung habe, kann ich mir so ganz schön viel leisten: H&M hat immer neue Angebote unter der Rubrik SALE und wir haben hier in Brinkum die Outlet Stores. Oh man, da habe ich gerade das schönste Paar Schuhe der Welt gekauft! Ja, wirklich! Auch davon gibts Fotos. Ich schenke mir dieses Paar übrigens zum Geburtstag. Darum werde ich es bis Ende Januar in der Tüte liegen haben um mich auf den großen Tag zu freuen und zu wissen: Ein Geschenk wird auf jeden Fall mein Herz zum schmelzen und meine Füße zum entspannen bringen. Achja, wie glücklich mich gut investierte 22,50 Euro machen können!

Und naja, geht man hier Outletshoppen, dann darf ein anschließender Besuch beim benachbarten IKEA nicht fehlen. Und das schafft natürlich die Verbindung zum Wohnen: Ich bin nicht durch den (sehr vollen Laden, jetzt nach den Weihnachtsfeiertagen) gegangen, sondern DIREKT IN DIE FUNDGRUBE! Meine lieben Leute, was ich da gefunden habe… endlich ein Teil, das dafür sorgt, dass hier die ersten Fotos vom Schlafzimmer geposted werden:

Und alles in allem poste ich jetzt so viele neue Bilder, weil ich mit meinem Weihnachtsgeschenk herumspiele: Ein neues Samsung Smartphone (also für mich neu). Dank meines Onkels habe ich jetzt auch so ein cooles Handy und gehöre wieder zu den coolen Kindern. Ja, sehr gut. Außerdem muss mal wieder etwas für die Gemeinschaft getan werden. Alle meine lieben Freunde, die das hier lesen, der erste, der mich anruft, wird von mir zum Frühstück eingeladen! Wir haben über die Festtage so viele Brötchen gekauft und so viel Aufschnitt…naja, wir waren auch der Meinung drei Tage nicht einkaufen heißt, dass man mindestens für 6 Wochen vorkaufen muss. Hahahaha!
Anne, ich hoffe Du rufst als erste an ;)

Anne?! Wer ist Anne? Das wird die Welt noch früh genug erfahren, wenn Anne und ich unser kreatives Schulkonzept – das wir bis jetzt nur in unseren fleißigen Köpfen ganz präsent haben – der Welt vorstellen! Wir haben Visionen für die neue Gestaltung von Schule, also,  nicht Schule neu erfinden, sondern eher ein bisschen Frühjahrsputz in den ganzen vorhandenen Schulen: Wir wollen ein frisches Raumkonzept mit den aktuellen Lehrplänen verbinden und so von einer Schule träumen die Lehrern und Schülern echt viel Spaß machen kann. Mehr dazu kann man vielleicht mal in der Kunst und Unterricht lesen, wenn wir für unser Konzept die richtigen Worte aufs Papier gebracht haben. Ui, dann wirds wieder so ernst beim Schreiben.

Ach quatsch, da sollte man ganz im Blog-Denken belieben: Spaß, Freude und Ideale mit einer gewaltigen Prise Tolleranz, Weitblick und Leidenschaft mischen und entspannt zurück lehnen und sich mitm Naturjoghort vor den Laptop setzen, drei Tassen Kamillentee trinken und fertig ist das Ding.

Übirgens habe ich heute wohl wieder verstärkt Lust auf meinen Blog verspürt, weil ich umgezogen bin. Also besser gsagt; meine Freundin ist umgezogen. Ich habe nur geholfen.  Möbel anfassen. Juhu. Aber die Highlights haben vor der Wohnung, in der Straße gewartet: Beim anschließenden Latte Macciato trinken im Eiscafé habe ich folgendes gesehen > Finde den Fehler:

PS: Das hier habe ich heute auch beim Umzug entdeckt:


Was mich aus dem Haus lockt…

Bald geschehen in Bremen ein paar Dinge, die mich aus dem Haus locken werden!
Das ist immer ein bisschen schwer, weil ich ja so gerne renoviere.

Zum einen werde ich sehen, was die freie Marktwirtschaft für mich zu bieten hat und zum anderen erwarte ich hohen Besuch. Meine Freundin aus Chicago besucht mich zusammen mit ihrem Cousin. Das wird ne Fete. Wir wollen ihrem Cousin einen deutschen Kulturschock in Bremen verleihen…aber wie? Hat jemand ne Idee, was man in Bremen finden kann, dass typisch Deutsch ist? Ich kenne Bremen sehr gut, aber ich schätze  gerade die offene Vielfalt die es in dieser Stadt gibt. So typisch deutsch ist für mich eigentlich nichts, außer ein paar beschimpfende Verhaltensweisen: Eingefahrenheit, Gewöhnliche Menschen, die sich nicht öfffnen können, wenn jemand verhalten ist und es ihm schwer fällt Gastfreundschaft durch Schlaf und Trunk zu zeigen.

Aber das findet man bei mir natürlich alles nicht!

Es geht also übermorgen erstmal los: wir werden ganz undeutsch zu einem norwegischen Konzert gehen! Der grandios gewählte Name Kakkmaddafakka (heißt übersetzt MeinKleinerSpatz, nein Scherz) spielt im Lagerhaus.

Zieht euch das rein, ich habe bis jetzt nur gutes von live-Auftritten dieser Band gelesen:


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.