Soziale Interaktion

Ich möchte Dir auch Einblick in das soziale Leben meines Blocks, oder sogar meines Viertels geben.

Hier habe ich jetzt viele Fotos gepostet (davon lebt ein bunter Blog natürlich auch), aber die menschlichen Werte kamen ein bisschen kurz.

Da hat es sich gut getroffen, dass gerade ein Nachbar auf mich zukam.

Dazu mussich erstmal einleiten, dass mir eben etwas SCHRECKLICHES und etwas SCHÖNES passiert ist. Das Schöne ist, dass mir der Nachbar erzählt hat, dass er schon 20 Jahre in diesem Haus wohnt! Erst ganz oben, im 13. Stock! WOW! In einer zwei-Zimmer Wonung. Und dann hat er seine Frau kennen gelernt und ist in meine baugleiche Wohnung, aber in den ersten Stock gezogen. Jetzt ist er wieder alleine, er ist in 2/3. ausgestiegen

Schön. Dieser Mann zeigt mir: alle Vorurteile hin oder her: Assi Viertel, Gangsta-Block: hier kann man sich midnestens 20 Jahre lang wohlfühlen! Das wird ja was, wie sollen ich und DEM  das denn machen wenn wir drei Kinder haben? Es gibt hier nur höchstens drei Zimmer Wohnungen?

Aber jetzt zu der schrecklichen Nachricht: den Mann habe ich folgendermaßen getroffen. Ich habe Müll weg gebracht. Wir haben uns unbekannterweise begrüßt (wie man das hier so macht) und er hat sogar auf mcih gewartet, bis die Müllsäcke entsorgt waren, so lange hat er mir die Tür aufgehalten. Nett. Aber was davor war: Schock in meiner Wohnung, hastiges beseitigen des allzu bösen Restmülls (und des stinkenden, aber eher harmlosen Gelben Sacks).  Ich habe schon in mehreren WGs gewohnt, auch in einer oft chaotischen 5er WG, also chaotisch, was das Müll-Prinzip anging. Dort lagen die Müllsäcke Tage- manchmal sogar Wochenlang auf dem schönen Balkon, bevor einer von uns sich verantwortlich fühlte sie in die großen Tonnen vor dem Huas zu entsorgen. Und…was ist mir jetzt hier, in meinem konservativen Traumheim passiert? Ja genau. Ich war stolz: wir machen nicht soviel Müll. Ein Müllbeutel hat drei Wochen gehalten: Super. Ich dachte wir wären total toll und hätten die Welt verstanden und wären gerade dabei einen Schritt in eine bewusste ökologische Richtung zu gehen. Für eine sauberere Welt! Aber was ist heute, Ende der dritten Woche: Müllsack voll! Restmüll. Ich habe den Beutel also zugeknotet und den schweren Ballast aus dem weißen IKEA Eimer heraus gezogen und was sticht mir da wie ein Schemrz in die Augen (nein, ich habe sie nur gesehen, sie sind mir nicht in die Augen gesprungen): ZWEI GROßE KÄFER! Wahrschienlich Heimchen. So 2 cm lang und n halben Centimeter dick. Oh mein Gott. Selbst an der Sielwallkreuzung, wo die TAVERNA ihre Gastronomieabfälle gelagert hat gabs keine Käfer. Schock!

Ich habe also den Mülleimer genommen und ihn überm Balkon ausgeschüttet. Jetzt leben die Käfer (wenn sie den Sturz aus dem 10. Sock überlebt haben) auf dem Rasen vor unserem Haus. Da ist es auch nicht mehr weit zu den Sammelmülltonnen.

Als ich dann – frei vom entsorgten Müll – wieder nach oben gefahren bin, habe ich gedacht: ich mag Tiere, Insekten und ich finde Biotope wo man was züchtet eigentlich ganz cool. Ich habe ja schließlich auch Meerschweinchen. Solange die Käfer da im Müll bleiben, wo sie hingehören, mich nicht stören und sich wohlfühelen ist alles OK. Und die Auflage der höcht-Mieter-Begrenzung muss eingehalten werden: Zwei Käfer pro Mülleimer!!! Nicht mehr! Sobald die sich vermehren kommt…das Insektenspray…oh Gott, kann ich das wirklich übers Herz bringen? Nein! Darum: ich wechsel lieber immer öfter den Müllbeutel jetzt und lass die Dinger hier in der Müllsammelstelle da unten vorm Haus schlüpfen. Da gehts hier jedem besser und ich werde dann auch keine chemischen Waffen anwenden.

Mülleimer gut, alles gut!

PS: Gleich kommt eine Kommilitonin, die gerade ein Ethnologie-Seminar besucht. Sie kommt schon zu ihrem zweiten offiziellen Besuch um hier über meinen Raum, in dem ich lebe, in dem ich mich befinde, träume und wohne eine Forschung anzustellen. Nachdem sie mich das letzte mal beim Aufräumen beobachtet und unterstützt hat, gehts jetzt darum Raumwege aufzuzeichnen und diese dann abzulaufen. Wir gehen heute einkaufen!

Wenn ihre Studie fertig ist, dann würde ich sie gerne hier zeigen.

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3 Kommentare on “Soziale Interaktion”

  1. IO sagt:

    Wahrscheinlich Kakerlaken/Küchenschaben…! Heimchen sind Grillen/Heuschrecken.

  2. Lila Astarte sagt:

    Mich würde ja sehr interessieren, was aus dieser Studie geworden ist!


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